Madeline Cain: apropos languages

As I sit in my parents‘ home writing this text, I am surrounded by the churning and changing languages of our family. …

Während ich im Haus meiner Eltern sitze und diesen Text schreibe, bin ich umgeben von den wirbelnden und wechselnden Sprachen unserer Familie. …

… My husband speaks native Italian and German but his English isn’t native, and we constantly misunderstand each other. He and my mother in law speak Italian with our 7 month old baby, which I don’t always understand. I try, I’m improving. And my work in Germany is mostly conducted in German, so I’m reading German emails and thinking through issues in my mind in Denglisch, searching for words, referring to the dictionary to write an important text.
For as long as I can remember, I craved a life filled with different languages, but I didn’t anticipate how irritated I might feel when I can’t perfectly express myself, and perfectly understand.
Among friends and colleagues, I find the pressure is off. I even enjoy the chaos. We speak German, English or Denglisch, there are asides in Italian, French, Spanish, Arabic, everyone catches up. I don’t mind terribly if I can’t catch every word, I speak a bit slower and more clearly for those who seem to appreciate clarity. It’s when I’m in my own home that I really miss the smooth understanding of my childhood in the United States.
I wonder what relationship my son will have to the languages he will learn. We are raising him with English and Italian at home, but he’ll be more German than anything, and may identify with that language the strongest, the language of his school world, his greater environment. Will he feel the tension I do? Will he reject the languages we want to speak with him? Surely it will all be easier for him than it has been for me, an immigrant to Germany who arrived at the ripe age of 28. I envy him. And yet I worry he won’t be at home in any one language, one culture, and so might feel adrift without a true cultural identity. Who can say what’s easier: having a strong cultural and linguistic base, but struggling to expand beyond it, or being a citizen of the world with no limit to identity and language, yet no strong root?

… Mein Mann spricht muttersprachlich Italienisch und Deutsch, aber Englisch ist nicht seine Muttersprache, und wir missverstehen einander ständig. Er und meine Schwiegermutter sprechen mit unserem 7 Monate alten Baby in italienischer Sprache, die ich nicht immer verstehe. Ich versuche es, ich mache Fortschritte. Und meine Arbeit in Deutschland findet größtenteils auf Deutsch statt, so lese ich deutsche E-Mails und durchdenke Probleme in meinem Kopf auf Denglisch, suche nach Worten und ziehe das Wörterbuch zu Rate, um einen wichtigen Text zu schreiben.
Solange ich denken kann, sehnte ich mich nach einem Leben voller verschiedener Sprachen, aber ich ahnte nicht, wie irritiert ich sein würde, mich nicht perfekt ausdrücken und nicht korrekt verstehen zu können. Unter Freunden und Kollegen ist der Druck raus. Ich genieße sogar das Chaos. Wir sprechen Deutsch, Englisch oder Denglisch, es gibt Zwischenrufe auf Italienisch, Französisch, Spanisch, Arabisch, alle kommen ins Gespräch. Es macht mir nichts aus, wenn ich nicht jedes Wort aufschnappe, ich spreche etwas langsamer und deutlicher für diejenigen, die dankbar für Klarheit zu sein scheinen. Erst wenn ich im eigenen Zuhause bin, vermisse ich die reibungslose Verständigung meiner Kindheit in den Vereinigten Staaten.
Ich frage mich, welche Beziehung mein Sohn zu den Sprachen haben wird, die er lernt. Zuhause ziehen wir ihn mit Englisch und Italienisch auf, aber er wird wohl mehr mit Deutsch leben als sonst einer Sprache und sich vielleicht am stärksten mit ihr identifizieren, der Sprache seiner Schulwelt, seiner näheren Umgebung. Wird er die gleiche Spannung empfinden wie ich? Wird er die Sprachen ablehnen, die wir mit ihm sprechen wollen? Sicherlich wird ihm die deutsche Sprache leichter fallen als mir, die ich mit 28 Jahren als Einwanderin nach Deutschland gekommen bin. Ich beneide ihn. Und doch befürchte ich, dass er sich in keiner Sprache, in keiner Kultur zu Hause fühlen und ohne echte kulturelle Identität bleiben wird.
Wer kann schon sagen, was einfacher ist: eine starke kulturelle und sprachliche Basis zu haben, sich jedoch abmühen zu müssen, um darüber hinaus zu kommen – oder ein Weltbürger zu sein ohne Grenzen in Bezug auf Identität und Sprache, aber auch ohne starke Verwurzelungen?